Rückblick

1. Trendkonferenz „Bankplanung im Fokus der Aufsicht“

Gesamtbankplanung im vielfältigen Wandel

Finanzinstitute werden aktuell mit extremen Herausforderungen konfrontiert. Die anhaltende Niedrigzinsphase – inklusive negativer Zinssätze – belastet essenziell den elementaren Zinsüberschuss, die Hauptquelle der Erträge. Gleichzeitig jedoch ist die Ertragssteigerung beziehungsweise das Halten der Erträge unerlässlich, um die zukünftigen Eigenkapitalanforderungen (CRD IV/CRR/IRRBB) erfüllen zu können. Die Frage nach nachhaltigen Geschäftsmodellen steht im Fokus – auch im bankaufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Beurteilungsprozess (SREP).

Seit Januar 2016 gelten die SREP, die neuen Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht. Die Aufsicht beurteilt in diesem Prozess neben dem Geschäftsmodell weitere Schlüsselindikatoren der Institute, wie zum Beispiel:

  • Governance-Strukturen und interne Kontrollsysteme,
  • Kapitalrisiken und Angemessenheit des Kapitals (ICAAP),
  • Liquiditätsrisiken und Angemessenheit der Liquiditätsressourcen (ILAAP).

Ergänzend wird die Aufsicht ab sofort nicht nur das aktuelle Geschäftsmodell analysieren, sondern auch die zukunftsgerichtete Strategie samt strategischer Erfolgsfaktoren und die damit verbundenen Planungsrechnungen.

Zusätzlich erfordern unter anderem die neue MaRisk-Novelle, die Erweiterungen im Meldewesen oder diverse separate Umfragen der Aufsicht effiziente betriebswirtschaftliche Auswertungsprozesse sowie verdichtete Kennzahlen.

Dieser komplexen und verwobenen Gemengelage aus Anforderungen aus internationaler und nationaler Bankenaufsicht auf der einen sowie Veränderungsprozessen aus betriebswirtschaftlicher Notwendigkeit heraus auf der anderen Seite gilt es, professionell zu begegnen.

Für jedes Finanzinstitut ist es von zentraler Bedeutung, die wichtigen Impulse und zentralen Entwicklungen im Aufsichtsrecht genau zu beobachten und aufzunehmen. Anschließend müssen diese institutsindividuell übersetzt und in den Planungsprozess der Gesamtbank integriert werden. Anhand geplanter strategischer Key-Performance-Indikatoren lässt sich der Erfolgsgrad strategischer und operativer Planung ablesen.

Die 1. Trendkonferenz Bankplanung im Fokus der Aufsicht am 21. Juni 2016 in Frankfurt am Main informierte über wichtige neue Rahmenbedingungen und stellte die regulatorischen Auswirkungen auf die Planungsmethodik (Josef Stöttner, Deutsche Bundesbank) vor. Speziell sind hier SREP und MaRisk aus Sicht der operativen Bankenaufsicht zu nennen. Darüber hinaus wurden folgende weitere Themenblöcke diskutiert:

  • aktuelle Hürden auf dem Weg zu einer konsistenten Planung (Heiko Engelhard, Sparkasse Osnabrück),
  • Planungskompetenz – auch im Kontext aufsichtsrechtlicher Anforderungen (Prof. Dr. Konrad Wimmer und Sven Henke, msgGillardon),
  • effiziente und kennzahlenbasierte Planung mit Szenarioanalysen in der Praxis (Tanja Gerling und Alexander Kregiel, msgGillardon).

Während der Vorträge sowie in den Pausen nutzten die Konferenzteilnehmer sehr intensiv die Möglichkeit, die Informationen aus den Vorträgen mit den Referenten zu diskutieren und mit eigenen Erfahrungen aus ihrem beruflichen Umfeld abzugleichen sowie sich mit Teilnehmern aus anderen Instituten auszutauschen. Besonders hervorzuheben ist der intensive Austausch zum Thema „operative Bankenaufsicht“ und dessen Verknüpfung zu den institutsindividuellen
Prozessen.

Nachdem am Vormittag der Schwerpunkt auf den aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen lag, stand die Praxisumsetzung am Nachmittag im Fokus.

Als Resümee aus dem Vortragsprogramm leitet Tanja Gerling, Partner bei msgGillardon und Expertin in den Themen Gesamtbankplanung und Geschäftsfeldsteuerung, folgende Haupterkenntnisse ab:

  • Das aktuelle Drei-Säulen-Modell aus Banksteuerung, Aufsichtsrecht und Rechnungslegung und das weitere Zusammenwachsen der Kernbereiche erfordert Veränderungsprozesse in den Instituten. Der zunächst erforderliche Aufwand wird nach erfolgreicher Implementierung durch Effizienz und Transparenz belohnt.
  • Um die individuell ansteigenden Kapitalanforderungen erfüllen zu können, ist eine enge Verzahnung strategischer, operativer und aufsichtsrechtlicher Prozessschritte im Planungsprozess zu empfehlen. Eine effiziente und transparente Steuerung ermöglicht gegebenenfalls eine Abschwächung des zukünftigen „weichen“ Kapitalzuschlags.
  • Das Auflösen von „Planungssilos“ zu einer verzahnten Gesamtbankplanung ermöglicht den Instituten, Wirkungszusammenhänge sichtbar zu machen und diese gezielt einzubinden.
  • Final kann festgehalten werden, dass bereits heute eine effiziente und kennzahlenbasierte Gesamtbankplanung zielführend ist und erfolgreich umgesetzt werden kann.

Insgesamt, so das einheitliche Feedback der Teilnehmer, war die Veranstaltung sehr interessant und informativ. Aufgrund der sehr guten Resonanz mit mehr als 50 Teilnehmern dieser ersten Trendkonferenz findet am 28. September 2016, ebenfalls in Frankfurt am Main, eine weitere Trendkonferenz Aufsichtsrecht und Meldewesen statt.

ANSPRECHPARTNERIN

Tanja Gerling

Partner

+49 (0) 175 / 5861 792

Trendkonferenz

Trendkonferenz Bankplanung

Bankplanung im Fokus der Aufsicht

18.10.2017 | Frankfurt a. M.

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